Dienstag, 17. März 2020

Der Vorstand informiert


Auf Grund der Ausbreitung der Corona-Infektion werden erstmal bis 30.04.2020 kein Training in jeder Gruppe stattfinden sowie andere Veranstaltungen, Versammlung oder Arbeitseinsätze, ich hoffe auf euer Verständnis.

Marcel Rebs


Sonntag, 15. März 2020

Mentalseminar – 29.02.-01.03.2020

Das dritte Mal in Folge und es war wieder ein absoluter Erfolg.

Petra Asmuß hat beschrieben, worum es in dem Seminar geht und warum es so wichtig ist, dass wir im Einklang mit uns sind bzw. wie wir durch unsere Haltung, Stimmung … unbewußt den Hund beeinflussen. Der Hund kennt uns besser, als wir uns selbst und reagiert auf unsere Stärken und Schwächen.

Wenn das Verhalten des Hundes nicht so ist, wie man es sich vorher ausgemalt hat, wird der Hund vom Menschen genau unter die Lupe genommen und korrigiert.
Schnell macht sich dabei auch Enttäuschung, Frustration, Verzweiflung oder Aggression breit. Nicht selten ist auch Hilflosigkeit auf beiden Seiten zu beobachten.


Der Hund gehorcht einfach nicht, führt sich wie ein Kraftprotz auf, geht auf Artgenossen, andere Tiere oder Menschen los, interessiert sich nicht für seinen Halter, zerrt wie verrückt an der Leine oder nimmt die Einrichtung auseinander, bellt und quietscht ununterbrochen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wir können davon ausgehen, dass nicht nur der Hundehalter in diesen Situationen gestreßt ist. Dem Vierbeiner geht es sicher nicht anders.
Welche Maßnahmen unternommen werden müssen, um dem Hund dann „die Hammelbeine langzuziehen“ oder ihn mit Leckerlis oder Spielzeug ab- oder umzulenken, soll nicht vorrangig das Thema des Seminars sein, denn es führt nicht zum gewünschten Ziel.

Was passiert denn wirklich in den Momenten, in denen man es nicht schafft, sich bei seinem Partner Hund durchzusetzen?
Muß ich mich überhaupt durchsetzen?
Was, wenn ich mich falsch entschieden habe? Kann ich mich umentscheiden, wenn ich glaube, mich falsch entschieden zu haben?




Seine Entscheidungen kann man endlos hinterfragen. Zirkuläres Überdenken und die Mißachtung der eigenen Bedürfnisse sind schnell an der Tagesordnung.
Komme ich vom Wollen ins Sollen?
Will ich nur die Situation oder das Tier kontrollieren, weil es sich gut anfühlt, wenn man alles vorab richtig geplant und eingeschätzt hat?
Ist es nicht doch besser, den Kontakt zu fördern, als seinen Partner zu kontrollieren?

Wenn man mitten im Leben steht Familie, Besitz und Verantwortung rocken muß, kann man dann auch Freiheit leben?
Glück hängt von der Sicht auf das Leben und die Lebensumstände ab. Geprägt von den persönlichen Bewertungen. Wie kommen wir zu unserem Glück?

Nur zu reden und zu kommandieren reicht in mehrfacher Hinsicht nicht aus.

Der Körper ist massiv beteiligt an der Informationsverarbeitung, der Wahrnehmung und der Handlungsbereitschaft.
Wenn ich über etwas nachgedacht und es verstanden habe, sich meine Emotionen und mein Inneres nicht mit dem Verstand decken, kann ich dann emotionslos wie ein Roboter handeln?
Wenn ich über das „Reden“ etwas mit dem Verstand bearbeitet habe und ich mit dem Verstand eine Absicht formuliere, dann heißt das noch lange nicht, dass ich handlungsfähig bin!
Was braucht man denn nun für die Handlungsfähigkeit?
Unter anderem meinen Körper. Der Körper ist die Bühne meiner Emotionen.




Als Beispiel dafür, dass ich nicht nur den Verstand brauche: Ich denke, ich möchte gern etwas essen. Um etwas zu essen, benötige ich den Körper und nicht nur den Verstand oder die Diskussion über das Essen.
Ein letztes schönes Beispiel hierfür, was ich von Maja Storch hörte, ist das Flirten. Wenn ich flirten möchte, benötige ich dazu den Körper. Das Flirten beginnt meistens mit dem Blickkontakt, mit der Körpersprache usw. Bevor es dazu kommt, dass das erste Wort gewechselt wird, passiert ganz viel, was ausschließlich auf Körperebene passiert und von Emotionen begleitet wird.

Der Hund ist DER Meister im Lesen der Körpersprache. Nicht nur in Bezug auf Artgenossen, sondern auch im Lesen der menschlichen Körpersprache.
Mein innerer, unbewußter Zustand, hat massiven Einfluß - nicht nur auf mich, sondern auch auf das Verhalten meines Hundes. Weil die meisten unserer inneren Muster im unbewußten ablaufen, werden sie naturgemäß auch nicht bewußt abgespult.
An der Leine zerrende Hunde haben Halter, die dauernd an der Leine zerren, ohne dass es ihnen bewußt ist…




Wenn der Hund nicht das erwartete Verhalten zeigt, liegt es dann daran, dass er uns provozieren will oder dickköpfig ist? Oder liegt es daran, dass er der Rasse xy angehört?

Vieles liegt im Mißmanagement während der Welpenaufzucht, an Umwelteinflüssen und hauptsächlich an einer nicht vorhandenen Verantwortung des Halters.
Verantwortung ist ein Privileg. Es geht nicht um Machtmißbrauch!  

Wir behandeln unsere Gelassenheit, Entspannungstechniken, Hilfsmittel, Basis-Effekte und Sicherheitsanker.
Aber nicht vorrangig beim Hund, sondern beim Hundehalter, um uns und den Vierbeinern zu helfen.



Das Proaktive Hundetraining beim Mentalseminar:

Proaktiv zu sein bedeutet, etwas vorauszuplanen.
Wir wollen nicht planen, mit dem Finger auf den Hund zu zeigen und zu sagen: „Schau! Jetzt rastet er wieder aus!“, und dann eine Korrektur durchzuführen.
Wir wollen planen, den Hund vom Ausrasten abzuhalten.
Nicht mit Futter, Spielzeug, Spielstunden, Rennrunden oder Druck, sondern mit uns als Vorbilder. VOR und BILD zu sein, bedeutet nicht, den VOR-GESETZTEN zu mimen, der dem Hund wortwörtlich vorgesetzt wurde. Immerhin stand kein Hund nicht mit seinem Rucksack vor unserer Tür und hat um Einlaß gebeten. Ein Vorgesetzter, der nur Kommandos, Handzeichen oder Einschränkungen erteilt, wird von niemandem respektiert.
Ziel ist es, zu erreichen, dass der Hund den Halter als größtes Glück empfindet, dass der Hund dem Halter sein Leben anvertraut und nicht in Panik zum Auto rennt, ins Gebüsch flieht, oder jemanden angreifen muß, wenn er in Bedrängnis kommt.

Wie erreichen wir diesen Zustand?
Wir lernen, zu erkennen, wie sich unser Partner fühlt. Wir lernen, zu erkennen, was ER sich wünscht. Wir lernen, aktiv (mit unserem Körper) Einfluß auf den Hund zu nehmen, anstatt abzuwarten und zu hoffen, dass der Hund alle unsere Gedanken gelesen und verstanden hat und dann „richtig“ oder „vernünftig“ handelt.

Es gab für uns viele Lösungsmöglichkeiten, die uns helfen, die richtige innere Haltung zu finden und diese auch aufrecht zu halten.